Bewerbungsprozess verstehen: Warum Azubis wissen sollten, was hinter den Kulissen passiert

Recruiting kennen viele zunächst nur aus einer Perspektive: Man bewirbt sich auf eine Stelle und wartet darauf, ob sich jemand meldet.

Aber was passiert eigentlich auf der anderen Seite? Wer schaut sich die Bewerbung an? Nach welchen Kriterien werden Bewerber ausgewählt? Warum gibt es ein Telefoninterview? Was entscheidet darüber, ob jemand zum Bewerbungsgespräch eingeladen wird? Und was passiert eigentlich nach einer Zusage?

Genau diese Fragen haben wir unseren Azubis in einem Workshop rund um den Bewerbungsprozess beantwortet.

Denn der Bewerbungsprozess ist nicht nur ein Thema für Recruiter. Wer in einem Unternehmen arbeitet, sollte zumindest verstehen, wie neue Kolleg ins Unternehmen kommen und was hinter einer Bewerbung eigentlich passiert.

Bewerbungsprozess und Recruiting

Der Bewerbungsprozess betrifft irgendwann jeden

Spätestens wenn im eigenen Team eine Stelle frei wird, neue Kolleg anfangen oder ein neues Projekt aufgebaut wird, wird der Bewerbungsprozess relevant.

Vielleicht sitzt plötzlich eine neue Kollegin neben dir. Vielleicht kommt ein neuer Azubi ins Unternehmen. Vielleicht wächst das Team, weil ein neuer Auftraggeber dazukommt.

Dann passiert etwas, das von außen ziemlich einfach aussieht:

Eine Stelle wird ausgeschrieben → jemand bewirbt sich → jemand wird eingestellt.

Tatsächlich steckt dahinter ein ganzer Bewerbungsprozess.

Vom Personalbedarf über das Anforderungsprofil und die Stellenanzeige bis zur Vorauswahl, zum Telefoninterview, Bewerbungsgespräch, zur Zusage und schließlich zum ersten Arbeitstag.

Was passiert im Bewerbungsprozess eigentlich „hinter den Kulissen“?

Für Bewerber ist der Bewerbungsprozess oft nicht vollständig sichtbar.

Sie sehen die Stellenanzeige. Sie schicken ihre Bewerbung ab. Vielleicht folgt ein Telefonat oder ein Bewerbungsgespräch.

Was dazwischen passiert, bleibt meistens unsichtbar. Genau hier wollten wir unseren Azubis einen Einblick geben.

Sie haben gelernt, dass eine Bewerbung nicht einfach im Postfach landet und dort jemand spontan entscheidet:

„Die Person gefällt mir. Die nehmen wir.“

Stattdessen gibt es Kriterien, die vorher festgelegt wurden.

Das Anforderungsprofil hilft dabei zu beurteilen, welche Kenntnisse, Erfahrungen und Fähigkeiten für eine Stelle benötigt werden.

Bei der Vorauswahl wird dann geprüft:

  • Passt das Profil grundsätzlich zu den Anforderungen der Stelle?
  • Und wenn Informationen fehlen, werden diese im nächsten Schritt; beispielsweise im Telefoninterview, genauer betrachtet.

So wird aus einer eingegangenen Bewerbung Schritt für Schritt der nächste Abschnitt im Bewerbungsprozess.

Recruiting
Der Bewerbungsprozess ist mehr als Bewerbungen lesen

Ein weiterer wichtiger Punkt für die Azubis: Der Bewerbungsprozess bedeutet nicht nur, Bewerbungen zu bearbeiten.

Recruiter müssen kommunizieren, zuhören, organisieren, Informationen bewerten und Entscheidungen vorbereiten.

Sie müssen gleichzeitig die Anforderungen des Unternehmens und die Perspektive der Bewerber im Blick behalten.

Denn ein guter Bewerbungsprozess funktioniert nicht nur in eine Richtung.

Das Unternehmen möchte wissen:

„Passt diese Person zu unserer Stelle?“

Die Bewerberin oder der Bewerber möchte aber genauso wissen:

„Passt dieses Unternehmen zu mir?“

Gerade für junge Menschen, die ihren ersten Job suchen oder über einen Jobwechsel nachdenken, ist diese Perspektive wichtig.

Was bedeutet der Bewerbungsprozess für Azubis?

Wenn Azubis verstehen, wie ein Bewerbungsprozess funktioniert, verstehen sie auch besser, wie ihr eigenes Unternehmen funktioniert.

Sie bekommen einen Einblick in Themen wie:

  • Personalplanung
  • Bewerberkommunikation
  • Arbeitgebermarketing
  • Auswahlprozesse
  • Unternehmensanforderungen
  • Teamaufbau
  • Onboarding

Und sie lernen dabei etwas, das auch für ihre eigene berufliche Zukunft wichtig ist: Wie sehen Unternehmen eigentlich eine Bewerbung?

Wer einmal selbst einen Lebenslauf anhand eines Anforderungsprofils geprüft hat, schaut anschließend wahrscheinlich anders auf die eigene Bewerbung.

Dann wird deutlich: Eine Bewerbung besteht nicht nur daraus, möglichst viele Stationen im Lebenslauf aufzulisten.

Es geht darum, zu zeigen:

Was bringe ich mit und warum passt das zu dieser Stelle?

Genau deshalb ist es sinnvoll, den Bewerbungsprozess nicht nur aus Sicht des Unternehmens, sondern auch aus Sicht der Bewerber zu verstehen.

Deshalb haben wir den Bewerbungsprozess praktisch gemacht

Im Workshop wollten wir deshalb nicht einfach nur erklären, wie Recruiting und Bewerbungsprozesse funktionieren.

Die Azubis sollten selbst in die Rolle von Recruiter schlüpfen.

Sie bekamen beispielsweise Lebensläufe und ein Anforderungsprofil und mussten überlegen:

Wen würdet ihr zum nächsten Schritt im Bewerbungsprozess einladen?

Dabei ging es nicht darum, die Person auszuwählen, die auf den ersten Blick am sympathischsten wirkt. Die Entscheidung sollte anhand der Anforderungen begründet werden.

  • Welche Erfahrungen bringt die Person mit?
  • Welche Anforderungen erfüllt sie?
  • Was fehlt?
  • Welche Fragen würde ich im Telefoninterview noch stellen?

Damit wurde aus einem theoretischen Thema eine praktische Aufgabe.

Die Azubis konnten selbst erleben, dass Entscheidungen im Bewerbungsprozess nicht einfach aus dem Bauch heraus getroffen werden sollten, sondern auf nachvollziehbaren Kriterien basieren.

Bewerbungsprozess sinnvoll nachvollziehen

Bewerbungsprozess verstehen heißt auch: Bewerber besser verstehen

Ein guter Bewerbungsprozess besteht nicht nur aus Auswahl. Auch die Kommunikation spielt eine wichtige Rolle.

  1. Was erlebt ein Bewerber nach dem Absenden seiner Bewerbung?
  2. Wann bekommt er eine Rückmeldung?
  3. Wie läuft ein Telefoninterview ab?
  4. Was passiert nach dem Bewerbungsgespräch?
  5. Warum gibt es vielleicht noch einen Erinnerungsanruf vor dem ersten Arbeitstag?

Wenn Azubis diese Abläufe kennen, verstehen sie auch besser, warum Kommunikation im Unternehmen so wichtig ist.

Denn eine Bewerbung ist für das Unternehmen ein Prozess, für die Person dahinter ist sie oft eine wichtige berufliche Entscheidung.

Gerade deshalb sollte ein Bewerbungsprozess nicht nur effizient, sondern auch nachvollziehbar und wertschätzend gestaltet sein.

Bewerbungsprozess verstanden: Und der nächste Recruiter sitzt schon im Workshop.

Wer weiß: Vielleicht ist Recruiting für den einen oder die andere nach dem Workshop sogar interessanter geworden.

Denn ein Bewerbungsprozess verbindet viele unterschiedliche Fähigkeiten:

Kommunikation, Organisation, Menschenkenntnis, Marketing, digitales Arbeiten und Entscheidungsfähigkeit.

Und genau deshalb lohnt sich der Blick hinter die Kulissen.

Unsere Azubis sollten nicht einfach wissen, dass es Recruiting gibt.

Sie sollten verstehen, wie der Bewerbungsprozess funktioniert, warum bestimmte Entscheidungen getroffen werden und welchen Einfluss der Prozess auf Bewerber und das Unternehmen hat.

Denn am Ende geht es beim Bewerbungsprozess nicht einfach darum, eine freie Stelle zu besetzen.

Es geht darum, Menschen und Unternehmen zusammenzubringen und den Weg dorthin für beide Seiten gut zu gestalten.

Workshop zum Bewerbungsprozess
Workshops für Azubis und Einblicke in Unternehmen

Unsere Azubis erleben bei uns mehr als den klassischen Ausbildungsalltag. In verschiedenen Workshops lernen sie unterschiedliche Bereiche unseres Unternehmens kennen und bekommen spannende Einblicke in die Praxis.

Dafür bereiten unsere Führungskräfte und Stabsstellen eigene Workshops vor und teilen ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihre täglichen Aufgaben mit unseren Azubis. So lernen sie nicht nur, was hinter den einzelnen Bereichen steckt, sondern bekommen auch einen besseren Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten innerhalb von Triple S.

Zusätzlich nehmen unsere Azubis an externen Events und Veranstaltungen teil, bei denen sie neue Perspektiven kennenlernen, sich weiterentwickeln und Erfahrungen außerhalb des normalen Arbeitsalltags sammeln können.

Mehr über unsere Workshops und Events für Azubis erfährst du in diesem Blogbeitrag .

Lernen, ausprobieren, Fragen stellen und einfach mal hinter die Kulissen schauen.
Häufige Fragen zum Bewerbungsprozess
  1. Wie läuft ein Bewerbungsprozess ab?
    Ein Bewerbungsprozess beginnt meist mit dem Eingang und der Prüfung der Bewerbung. Danach folgen je nach Unternehmen eine Vorauswahl, ein Telefoninterview, ein persönliches Bewerbungsgespräch und bei erfolgreicher Entscheidung die Zusage. Anschließend folgen die Vorbereitung auf den ersten Arbeitstag und das Onboarding.
  2. Was passiert nach einer Bewerbung?
    Nach dem Eingang wird die Bewerbung geprüft und mit den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle verglichen. Passt das Profil grundsätzlich zur Stelle, kann ein Telefoninterview oder direkt ein persönliches Gespräch folgen.
  3. Wer entscheidet über eine Bewerbung?
    Je nach Unternehmen sind Recruiter:innen, Personalverantwortliche und die zuständige Führungskraft beteiligt. Die Entscheidung sollte sich an den Anforderungen der Stelle und den im Bewerbungsprozess gewonnenen Informationen orientieren.
  4. Was macht ein Recruiter im Bewerbungsprozess?
    Recruiter:innen begleiten Bewerber:innen durch verschiedene Schritte des Bewerbungsprozesses. Sie prüfen Bewerbungen, führen Telefoninterviews, koordinieren Gespräche, kommunizieren mit Bewerber:innen und begleiten den Prozess bis zur Einstellung.
  5. Warum gibt es ein Telefoninterview?
    Das Telefoninterview dient dazu, sich erstmals persönlich kennenzulernen, offene Fragen aus der Bewerbung zu klären und herauszufinden, ob die Stelle grundsätzlich zu den Vorstellungen und Erfahrungen der Person passt.
  6. Was passiert nach dem Vorstellungsgespräch?
    Nach dem Bewerbungsgespräch werden die gewonnenen Informationen ausgewertet und mit den Anforderungen der Stelle verglichen. Anschließend entscheidet das Unternehmen, ob es zu einer Zusage kommt. Bei einer Einstellung folgen die nächsten organisatorischen Schritte bis zum Start.
  7. Wie wichtig ist der Lebenslauf im Bewerbungsprozess?
    Der Lebenslauf gibt einen ersten Überblick über Erfahrungen, Kenntnisse und bisherige Stationen. Er ist ein wichtiger Teil der Vorauswahl, bildet aber nicht allein die Grundlage für eine Einstellungsentscheidung.
  8. Können sich auch Quereinsteiger bewerben?
    Ja. Ob ein Quereinstieg möglich ist, hängt von der jeweiligen Stelle und ihren Anforderungen ab. Gerade im Kundenservice, Vertrieb oder bei Call Center Jobs können Erfahrungen aus anderen Bereichen relevant sein und bestimmte Anforderungen bereits erfüllen.
  9. Warum ist der Bewerbungsprozess auch für Azubis interessant?
    Azubis lernen dadurch, wie ihr Unternehmen neue Mitarbeiter:innen gewinnt, nach welchen Kriterien Bewerbungen geprüft werden und welche Schritte hinter einer Einstellung stehen. Gleichzeitig bekommen sie einen Einblick in ein mögliches späteres Tätigkeitsfeld.
  10. Was können Azubis aus einem Recruiting-Workshop mitnehmen?
    Sie lernen unter anderem, wie ein Bewerbungsprozess aufgebaut ist, wie Anforderungsprofile funktionieren und wie Bewerbungen strukturiert geprüft werden. Durch praktische Übungen können sie selbst Entscheidungen treffen und die Perspektive von Recruiter:innen kennenlernen.